07. Juli 2026

Hessischer Umweltminister Ingmar Jung besucht Steinbruch Groß-Bieberau

Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der hessische Umweltminister Ingmar Jung am 2. Juli das MHI-Werk in Groß-Bieberau. Gemeinsam mit Mitarbeitenden seines Ministeriums informierte er sich über die Bedeutung des Standorts für die regionale Rohstoffversorgung und Kreislaufwirtschaft sowie über die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der MHI und dem NABU Hessen, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.

Zu den Gästen zählten neben Minister Jung u.a. auch der neue Bürgermeister von Groß-Bieberau Christopher Seibel und Stadträte der verschiedenen Fraktionen sowie der Landesvorsitzende des NABU Hessen Maik Sommerhage und Vertreter der hessischen Unternehmensverbände vhU und vero.

Naturschutz und Rohstoffversorgung gemeinsam denken

Zum Auftakt begrüßte MHI-Vorstandssprecher Christoph Hagemeier die Gäste und machte deutlich, dass Rohstoffgewinnung, Baustoffproduktion und Naturschutz nicht im Widerspruch stehen müssten. Er dankte auch ausdrücklich den Vertretern und Bürgern der Stadt Groß-Bieberau, dass diese den für die Volkswirtschaft wichtigen Standort durch die Verpachtung der Flächen an die MHI erst möglich machten.

Er betonte die große Bedeutung regional gewonnener Primärrohstoffe für die Bauwirtschaft in Hessen. Auch wenn Recycling am Standort bereits heute einen wichtigen Beitrag leiste, könne es den Bedarf an Baustoffen allein nicht decken. Ohne eine verlässliche regionale Versorgung müssten Rohstoffe über weite Strecken, beispielsweise über den Rhein, herantransportiert werden. Die aktuelle Niedrigwasserlage zeige wieder einmal, wie unsicher dies sei. Gleichzeitig sei eine funktionierende Rohstoffversorgung die Grundlage für Bau- und Infrastrukturprojekte. „Wenn die Rohstoffe fehlen, stehen die Baustellen bei uns still. Für eine kontinuierliche Versorgungssicherheit brauchen wir leistungsfähige Betriebe in Hessen und die entsprechende Unterstützung durch die Politik.“

Zehn Jahre erfolgreiche Partnerschaft

Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Zusammenarbeit zwischen der MHI und dem NABU Hessen. Seit 2016 kooperieren wir nun schon erfolgreich zusammen, um gefährdete Tier- und Pflanzenarten in den Steinbrüchen zu schützen und gezielt zu fördern.

NABU-Landesvorsitzender Maik Sommerhage hob hervor, dass gerade Abbaustätten für viele seltene Arten unverzichtbare Lebensräume geworden seien: „Arten wie Wechselkröte, Kreuzkröte oder Gelbbauchunke finden in unserer heutigen Kulturlandschaft oft keine geeigneten Lebensräume mehr. Steinbrüche bieten ihnen dagegen genau die Dynamik, die sie zum Überleben benötigen.“

Besonders schätze der NABU die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der MHI. Gemeinsam würden Naturschutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt, ohne wirtschaftliche Belange aus dem Blick zu verlieren. Die Kooperation zeige eindrucksvoll, dass Wirtschaft und Naturschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen, sondern gemeinsam gedacht werden können. Abschließend erklärte Sommerhage, dass er „heilfroh“ sei, dass die Kooperation bestehe, und wünschte sich mit einem Augenzwinkern weitere 100 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit.

Bei einem gemeinsamen Rundgang über die Recycling-Fläche mit Blick in den Bruch und zu den Artenschutzflächen konnten die Gäste anschließend sehen, wie sich aktive Gewinnung und Artenschutz in der Praxis ergänzen. Auf dem Betriebsgelände wurden in den vergangenen Jahren großflächige Biotope und Kleingewässer angelegt. Diese dienen zahlreichen spezialisierten Tierarten als Lebensraum und Fortpflanzungsstätte. Während der Besichtigung konnten neben seltenen Insektenarten auch viele junge „Hüpfer“ der Wechselkröte beobachtet werden.

Austausch in besonderer Atmosphäre

Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum weiteren Austausch. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie regionale Rohstoffgewinnung, Baustoffproduktion und Recycling sowie kommunale Interessen und Natur- & Artenschutz gemeinsam gelebt werden können – und wie wertvoll die Partnerschaft zwischen MHI und NABU für alle Seiten ist.

Zurück zur Newsübersicht

Hessischer Landtag verabschiedet neues Waldgesetz

Mehr erfahren

Unsere neuen Webseiten sind live

Mehr erfahren

Frauen in der Baustoffindustrie? Immer gerne!

Mehr erfahren